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BER-Flugroute über den Wannsee doch wieder möglich

Juni 28, 2013  | by Gülpen Garay

Wannsee-Anwohner müssen nun doch mit zahlreichen Überflügen nach der Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER rechnen. Zwar hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg im Januar die umstrittene Flugroute über den Berliner Wannsee für unzulässig erklärt, da die Behörden das Absturz- und Anschlagsrisiko für Flüge über dem nahe gelegenen atomaren Forschungsreaktor nicht ermittelt hatten. Doch diesen Reaktor will das Helmholtz-Zentrum 2020 abschalten, da es sich neu ausrichten und als Energieforschungszentrum mit Schwerpunkt Materialforschung etablieren will.

Damit fällt nach Ansicht von Niklaus Herrmann, Direktor des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung (DFS), der „einzige kritische Punkt“ für die Route weg. Die Route könnte daher doch zustande kommen, hieß es. Dafür müsste die DFS sie nun neu vorschlagen und der Fluglärmkommission zur Beratung übermitteln.

Beschwerde gegen Lärmschutz-Urteil
Auch beim Schallschutz gibt es einen Rückschlag für die Anwohner. Die Flughafengesellschaft will nämlich gegen ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes (OVG) Berlin-Brandenburg vorgehen, das Ende April erhebliche Nachbesserungen beim Schallschutz forderte. Eine Revision ließ das Gericht damals nicht zu. Dagegen reichte die Flughafengesellschaft jetzt Beschwerde ein.

Brandenburgs Ministerpräsident und BER-Aufsichtsratschef Matthias Platzeck(SPD) vertritt beim Lärmschutz zwar eine andere Meinung, zeigte jedoch Verständnis für die Entscheidung. „Ich respektiere, dass Flughafenchef Hartmut Mehdorn auch aus Haftungsgründen alle Rechtswege ausschöpft“, sagte Platzeck am Donnerstag.

Das brachte Platzeck erheblichen Unmut nicht nur von den Oppositionsparteien ein. „Der Aufsichtsratsvorsitzende Matthias Platzeck hatte angekündigt, auf Rechtsmittel verzichten zu wollen, sein Geschäftsführer Mehdorn macht nun genau das Gegenteil“, sagte Dieter Dombrowski, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Potsdamer Landtag. Der Bürgermeister von Blankenfelde-Mahlow, Ortwin Baier (SPD), sprach von einer „weiteren Verschleppung der Umsetzung des Schallschutzprogramms“.

Tegel soll dauerhafter „Premiumstandort“ werden
Zwischen der Geschäftsführung des Flughafens und den Gesellschaftern Bund, Berlin und Brandenburg bahnt sich unterdessen ein Konflikt über den weiteren Betrieb des Flughafens Tegel an. Zwar sagte Flughafenchef Hartmut Mehdorn, dass dies am Ende eine politische Entscheidung sei. Doch nach einem Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“ soll Tegel bis 2019 zum „Premiumstandort“ weiterentwickelt werden. Mehdorn selbst hat bereits mehrfach betont, dass Berlin mit zwei Start- und Landebahnen am BER nicht genügend Kapazitäten habe. Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll es daher auch bereits Überlegungen geben, eine dritte Startbahn im Süden an den BER anzubauen.

Anton Hofreiter (Grüne), Vorsitzender im Verkehrsausschuss des Bundestags, hält nichts von einem dauerhaften Weiterbetrieb des Flughafens Tegel, wenn der BER eröffnet hat. „Das wäre ein schwerer Vertrauensbruch für die Bürger im Norden Berlins“, sagte Hofreiter. „Zumal die Schließung der innerstädtischen Flughäfen ja eine Voraussetzung war, dass es die Genehmigung für den BER überhaupt gab.“

Berliner Morgenpost online

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