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Freizügigkeit: Europäische Kommission veröffentlicht Studie zur Integration mobiler EU-Bürger in sechs Städten

Februar 12, 2014  | by Gülpen Garay

EU-Bürger gehen hauptsächlich wegen besserer Arbeitsmöglichkeiten in andere EU-Länder, sind im Durchschnitt jünger und arbeiten häufiger. Dies bestätigen die Ergebnisse einer heute veröffentlichten neuen, unabhängigen Studie über die Auswirkungen des Rechts auf Freizügigkeit innerhalb der EU. Die Studie konzentriert sich auf sechs europäische Städte, die wegen der multinationalen Zusammensetzung ihrer Bevölkerung ausgewählt wurden: Barcelona, Dublin, Hamburg, Lille, Prag und Turin. Sie zeigt auf, dass der Zuzug von jungen EU-Bürgern im erwerbsfähigen Alter auf alle sechs Städte eine positive wirtschaftliche Auswirkung hatte. Dem Beispiel Turins ist zu entnehmen, dass die Steuereinnahmen von Ausländern den nationalen Steuerbehörden insgesamt einen Nettogewinn von 1,5 Mrd. EUR einbrachten. Die Studie belegt auch, dass die Neuzugezogenen Lücken auf lokalen Arbeitsmärkten ausgefüllt sowie zum Wachstum in neuen Sektoren und zu einer ausgewogeneren Bevölkerungsstruktur beigetragen haben. Mobile Bürger sind oft für die angenommene Beschäftigung überqualifiziert, erhalten manchmal weniger Lohn und haben gleichzeitig nicht denselben Zugang zu Wohn- und Bildungsmöglichkeiten.

„Die Freizügigkeit bringt Vorteile für Europa, seine Bürger und seine Wirtschaft. In manchen Städten gibt es Herausforderungen, die gelöst werden müssen. Die Freizügigkeit in Frage zu stellen wäre jedoch die falsche Reaktion. Ich glaube, wir müssen auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene zusammenarbeiten, um die Herausforderungen in Chancen zu verwandeln. Die Beispiele aus Barcelona, Dublin, Hamburg, Lille, Prag und Turin zeigen, dass es möglich ist“, sagte Vizepräsidentin Viviane Reding, EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Unionsbürgerschaft, anlässlich einer heute stattfindenden Bürgermeisterkonferenz über die Freizügigkeit. „Die Kommission wird den Mitgliedstaaten bei der Lösung von Problemen, die mit der Freizügigkeit verbunden sind, weiterhin ein verlässlicher Partner sein. Beim heutigen Treffen mit den Bürgermeistern werden den lokalen Behörden aus ganz Europa zum Nutzen aller die besten Beispiele für erfolgreiche Integration von EU-Bürgern in Städte vorgestellt. Ich bin zuversichtlich, dass diese guten Beispiele zu Vorbildern für ganz Europa werden.“

Den Erfolg der Integrationsprogramme in den sechs Städten unterstreicht die Tatsache, dass sich die Einstellung gegenüber der Mobilität schrittweise verändert. Alle untersuchten Städte fördern ein integratives Umfeld und eine positive Aufnahmekultur durch Maßnahmen wie die Bereitstellung leicht zugänglicher Informationen (z. B. zentrale Anlaufstellen für Informationen), unterstützende Sprachkurse sowie interkulturellen Dialog und die Interaktion mit den Bürgern.

Schließlich zeigt die Studie eine Reihe von vorbildlichen Verfahren aus den untersuchten Städten auf.

Hintergrund

Die Studie wurde heute bei einem Treffen von über 100 Bürgermeistern und Vertretern lokaler Behörden aus ganz Europa vorgestellt. Ziel war es, derzeitige Herausforderungen und Chancen im Zusammenhang mit der Freizügigkeit von EU-Bürgern in der Europäischen Union zu diskutieren. Die Bürgermeisterkonferenz soll dazu dienen, bewährte Verfahren der Umsetzung der Freizügigkeitsregeln auszutauschen und Probleme sozialer Integration besser zu lösen. Das Treffen ist eine von fünf Aktionen, die die Kommission zur Stärkung des Rechts auf Freizügigkeit in der EU und zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Ausschöpfung der daraus resultierenden Vorteile vorgeschlagen hat.

Die Studie analysiert Maßnahmen zur wirtschaftlichen und sozialen Integration mobiler EU-Bürger und zur Förderung einer positiven Aufnahmekultur und einer positiven Haltung gegenüber ausländischen Staatsangehörigen. Es wurden Maßnahmen im Bereich der Beschäftigung, des Unternehmertums, des Wohnens, der Bildung, des interkulturellen Dialogs, der Einstellungen gegenüber der Migration und der Beteiligung am städtischen Leben berücksichtigt.

Quelle: europa.eu

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